Fellnatter's Website - Tipps & Infos über Terraristik mit Kornnattern für Anfänger  
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Angst und Ekel vor Schlangen - Warum?
 
Zitat aus Das große Buch der Kletternattern von R. Staszko & J.G. Walls: Vermutlich gibt es mehr Legenden und volkstümliche Überlieferung über Schlangen als über irgendeine andere Gruppe von Tieren, und selbst Menschen mit relativ guter Bildung haben noch immer viele falsche Vorstellungen über Schlangen. Trotz ihres schlechten Rufes und des Unverstandenseins gehören Schlangen zu den erfolgreichsten Lebewesen auf diesem Planeten.

Nicht nur, aber vor allem mit meiner Wohnungssuche von Sommer bis Spätherbst 2008 wurde ich als frischgebackener Hobby-Terrarianer vor eine neue Herausforderung gestellt: die "allgemeine Angst" und der weit verbreitete "Ekel" vor Schlangen.

Für mich war es faszinierend, die Leute zu beobachten, wenn das Thema auf etwaige Haustiere meinerseits kam: Katzen, Hund und Kornnattern. NATTERN? SCHLANGEN! HILFE!!

Von ungläubigen Blicken, Luft pumpen wie ein Maikäfer, Einsetzen der Schnappatmung über das Gesicht vor Ekel verziehen, einem manchmal heftigen Schütteln des Körpers vor Grauen bis hin zu das Gespräch sofort zu beenden bzw. sich nicht mehr telefonisch zurück zu melden (die Wohnung somit nicht zu bekommen), wird einem so ziemlich Alles geboten, das einem nicht nur das Gefühl sondern die Bestätigung gibt, nicht der Norm zu entsprechen. (Na, zum Glück bin ich nicht von der Stange.)
 

Hat man in einem persönlichen Gespräch noch die Möglichkeit und fragt nach dem Grund der "Angst" bzw. des "Ekels", erhält man meist ein: Ich weiß es nicht, kann es auch nicht erklären, es ist halt so.
 

Die bislang "beste Argumentation" erhielt ich von einer ehemaligen Bekannten, die mir (total davon überzeugt) erklären wollte, dass Schlangen sich eklig anfühlen - ein typischer Ausspruch von Leuten, die noch nie in ihrem Leben eine Schlange in der Hand hatten.
Das sagte ich ihr auch.

Darauf hin kam ein: Egal, sie habe schon mal (gegen ihren Willen) einen
Fisch angefasst, der war hart, kalt und eklig - genauso stellt sie sich Schlangen vor. Basta! Und wie sich Schlangen fortbewegen, das sei auch eklig!

Besonders schade finde ich derartige Vorurteile, wenn es sich um Eltern handelt, deren Kinder daneben stehen, die sich gerne aus ihrer normalen, gesunden Neugier heraus mal einer Schlange nähern würden, aber aufgrund des vorgelebten Verhaltens selbst zu voreingenommenen Menschen gemacht und somit in der Erweiterung des eigenen Horizonts beschränkt werden.

Ophiophobie bezeichnet eine weit verbreitete, mehrheitlich irrationale Angst, die allein bei dem Gedanken an Schlangen oder einem Bild davon in Panikattacken umschlagen kann und kommt bei Männern wie bei Frauen gleichermaßen vor.

Manche Wissenschaftler gehen sogar einen Schritt weiter und setzen Ophiophobie bei Frauen mit einem tief im Unterbewusstsein verankerten, gestörtem Verhältnis zum männlichen Geschlechtsteil gleich, bei Männern mit entsprechendem Minderwertigkeitskomplex (welchen man/n selbstverständlich niemals einräumen würde!) mit Neid auf die "Länge".

Was auch immer hinter der panischen Angst vor Schlangen stecken mag, basiert sie meiner Ansicht nach zum Einen auf Vorurteile durch (ignorante) Unwissenheit, kombiniert mit diversen Mediendarstellungen sowie dem urzeitlichen Verhaltensmuster der Furcht vor Fremdartigem und - auf die heutige Zeit gemünzt - vor Allem, das nicht der "gefahrlosen Normalität" entspricht.

Fakt ist, meine persönliche Erfahrung: bis auf 2 Menschen in meinem bisherigen Umfeld, konnte mir Niemand sonst seine Aversion ggü Schlangen nachvollziehbar erklären. Die erste Person hatte in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen mit wilden Schlangen gemacht und die Zweite wurde im Erwachsenenalter von einem Bekannten "aus Spaß" mit einer großen Würgeschlange unter dem Sofakissen massiv erschreckt.

Wenn ich das Erlebte nun zusammen fasse, komme ich mehr zu der Erkenntnis, dass es sich bei der ablehnenden Haltung weder um echte Angst noch reellen Ekel handelt, sondern um "Angst" und "Ekel" rein durch Einbildung, Unwissenheit, Klischeedenken, sich nicht damit auseinander setzen wollen und Schubladenleben - eben: von der Stange zu sein.

Dass die größtenteils sehr einseitigen Berichterstattungen in den Medien sowie diverse Spielfilme (bspw. Anaconda) ihren Teil dazu beitragen, dass Schlangen keinen Fuß auf den Boden bekommen ;o), steht außer Frage.

Mit welchen Schlangen wir es in Deutschland - wenn überhaupt - zu tun bekommen können, erfährst du hier: Übersicht einheimischer Schlangen, erarbeitet von der Auffangstation für Reptilien e.V., München.

Eine Therapie gegen Ophiophobie ist möglich, sollte aber mit sehr viel Bedacht von erfahrenen und sensiblen Menschen praktiziert werden.

Es reicht beileibe nicht, als Schlangenhalter einen Ophiophobie-Betroffenen zu sich einzuladen, die Tiere zu zeigen und sie ggf. dem Betroffenen sofort in die Hand drücken zu wollen - das geht schief.

Besonders wichtig und zu beachten ist auch: möchte der Betroffene wirklich von seiner Angst geheilt und somit befreit werden oder nicht?

Kurz bevor ich meine jetzige Wohnung letztendlich bekam, wurde ich gefragt, ob ich die Natter (ich hatte aus Verzweiflung über die allgemeinen Reaktionen meinen Bestand mittlerweile und offiziell auf nur eine - Zora - minimiert.) ggf ins Reptilienhaus geben würde? Auf gar keinen Fall!

Terraristik mit Kornnattern war seit wenigen Wochen mein neues Hobby, das Niemanden in dessen eigenem Leben bedrohte oder beeinträchtigte.

Allerdings, ich gebe es zu: wenn ich merke, ich habe eine(n) Dummschwätzer(in) vor mir, mache ich mir einen Spaß daraus, mit meinem Hobby (nicht mit den Tieren!) zu provozieren und kokettieren.

 
Little

Krümel

Nr. 5

Kobold

Zora
 
 

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