Die Erstausstattung für eine Jungkornnatter
Als ich
mich damals auf die (unvorhersehbare) Odyssee nach
Informationen zur Kornnatterhaltung begab und mich
hauptsächlich auf Geschriebenes im Internet konzentrierte,
erschien mir mein Vorhaben bald wie ein Himmelfahrtskommando. -
Erst durch den persönlichen Kontakt und Besuch bei
POS-Snakes, hielt ich es für
"durchaus machbar", Kornnattern zu halten.
Eine Jungkornnatter, welche erst vor wenigen Wochen
aus dem Ei geschlüpft ist, benötigt noch kein vollends
eingerichtetes Hightech-Terrarium - zum Einen hat man
als Halter große Mühe, den Winzling darin zu finden
und stellt zudem ein großes Stresspotential dar, wenn
man aufwendig nach ihm sucht; zum Anderen fühlen sich
die kleinen Würmer in zu großen, neuen Habitaten
selbst erst mal eher verloren, als für große Abenteuer
geboren.
Für den Anfang und Einstieg in Kornnatterhaltung ist es
ratsam sowie völlig ausreichend, den neuen Mitbewohner
in einer größentechnisch angemessenen Plastikbox unterzubringen.
Als Alternative bietet sich auch ein sog. Spinnenwürfel
an, womit ich allerdings keine Erfahrung habe und dir
demzufolge nur vom Handling mit Plastikboxen berichten
kann.
Eine geeignete und kostengünstige Plastikbox zu finden
ist gar nicht so einfach, wie man denkt.
Meine
erste Plastikbox hatte einen dunklen Deckel, der nur sehr
bedingt Licht und Wärme durch die Quelle von oben ins
Innere ließ, wodurch es wiederum schwierig wurde, die
notwendigen Werte von Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu
erreichen.
Mit einer Portion mehr Glück als Verstand fand ich als
Aktionsangebot komplett transparente Plastikboxen im 3er
Pack.
Da bereits kleine Kornnattern wahre Ausbruchskünstler sein
und ungeahnte Kräfte haben sollen, ist es wichtig, dass
die Plastikbox über Klickverschluss verfügt, der ein
etwaiges Anheben und somit Entkommen verhindert.
Die Plastikbox hat nicht nur den Nutzen, als Zuhause für
die Jungkornnatter zu dienen, sondern auch als
Quarantänebereich. - Von dem her kann die Einrichtung
entweder sehr einfach oder schon etwas vielfältiger
gestaltet sein.
Zum notwendigen Inventar gehören:
Wasserschale,
Plastikdose
als Wetbox (für die Häutung oder zum sich verstecken),
rauer Stein
und / oder Korkrinde (für die Häutung, zum sich verstecken
oder drauf liegen),
je 1 Thermo-
und Hygrometer oder ein Kombigerät (digital oder analog
erhältlich),
Zeitungspapier oder Küchenvlies als Bodengrund,
Klettermöglichkeit in Form von einem Naturast oder
Kokosgitter,
Heizquelle
(wenn die notwendige Temperatur durch den Standort nicht
erreicht werden kann),
nach Ort und
Möglichkeit: Beleuchtung, die Licht bzw. Wärme bringt
(für's Erste kann auch der normale Tageslichtrhythmus
genutzt werden),
Gerät
zur Kontrolle der Nachtabsenkung,
Zeitschaltuhr (oben genanntes Kontrollgerät und ZSU gibt
es auch als Kombigeräte).
Vorteile des Zeitungspapiers u.a.: Kot ist gut zu finden, leicht
zu wechseln, günstig in der Anschaffung, Wärme unterstützend,
Druckerschwärze wirkt desinfizierend, Fütterung kann gefahrlos
in der Box durchgeführt werden, kann glatt oder als leicht
zerknülltes Extrastück auch als Versteck dienen.
Plastikbox für eine Jungkornnatter herrichten
Wenn
man so unbedarft an die Sache rangeht wie ich damals,
macht man sich nicht nur unnötigen Aufwand, sondern
verursacht auch jede
Menge vermeidbare Kosten.
Um die erste Plastikbox mit der Belüftung zu versehen,
brach ich mir einen ab, indem ich mit einem Cuttermesser
an zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils große Löcher
ausschnitt, welche dann wiederum mit Lochblech und Silikon
verklebt wurden.
Diese Variante ist überhaupt nicht
empfehlenswert: die Schnittkanten stellen ein großes
Verletzungsrisiko dar und es gibt keine Garantie dafür,
dass die Klebekanten mit Silikon auf längere Zeit wirklich
halten.
Mit der Schneidetechnik habe ich zudem zwei Boxen vorab
geschrottet und Nummer 3 war aufgrund der genannten
Nachteile ebenfalls nicht auf lange Sicht zu gebrauchen - also mussten
Neue her.
Variante Nr. 2 war ein Tipp von POS-Snakes:
Ich ritzte an zwei gegenüberliegenden Seiten (einmal im
oberen, einmal im unteren Bereich) mehrere
Linien in das Plastik und setzte dann per Holzbohrer (3 -
max. 4mm) einzelne Löcher - dies sieht nicht nur besser
aus, sondern ist auch mit äußerst wenig Aufwand zu
bewerkstelligen.
Die
Bohrkanten entgratete ich mit einem Cuttermesser -
*voilá!* - die erste wirklich brauchbare Plastikbox war
geschafft!
Die Abstände der Löcher betragen 1,5 - 2 cm und je Linie
sind die Löcher zueinander mittig versetzt.
Sollte man die notwendigen Werte von Temperatur und / oder
Luftfeuchtigkeit nicht erreichen, kann man entweder
weitere Löcher dazu bohren oder Vorhandene leicht mit
Silikon bzw. einem Klebestreifen von außen (!) wieder
verschließen. -
Die Löcher sind so klein, dass selbst eine Mini-Natter
nicht an die Klebefläche kommen und sich dadurch verletzen
kann.
Diese Aktion ist eigentlich die "Schwierigste" von allen,
beim Herrichten einer Plastikbox als Jungkornnatterheim -
das Einrichten mit Gegenständen en miniature geht ziemlich
schnell und einfach. >> Webalbum
Plastikboxen
Weiteres zum Thema Plastikbox erfährst du
Hier.
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