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Ernährung der Kornnatter (Seite 1)
 
Über die Art der Ernährung scheiden sich die Geister wohl am Meisten: Lebend oder Frost? - Beides hat Vor- wie Nachteile.
Ich habe mich bzgl. der Fütterung meiner Jungs für Frostfutter entschieden, was u.a. auch darauf basiert, dass sie von ihren Hobbyzüchtern daran gewöhnt wurden.

Im Rahmen des herrschenden Bio- und "be Veggie"-Wahns sei angemerkt: Mit Ausnahme der Eierschlange und solche die Fisch bevorzugen, sind alle Schlangen reine Fleischfresser (fachl.: Karnivoren) und werden dir was husten, wenn du versuchen solltest, sie umpolen zu wollen.

Kannst du dies nicht akzeptieren und möchtest dich damit nicht abfinden, "ach so süße, arme Mäuschen" verfüttern zu müssen, wäre jetzt der richtige Augenblick, deine Planung zu überdenken - noch kannst du aussteigen!

Wenn man es als Vorteil betrachten möchte, bedeutet die Fütterung von lebenden Tieren die artgerechteste Form, weil die Natter ihr natürliches Beuteverhalten 1:1 abziehen kann: entdecken, jagen, erlegen, fressen.

Wenn ich mir allerdings meine Jungs angucke, scheint mir das Hauptargument für Lebendfütterung eindeutig widerlegt: Alle würgen ihre Frostfuttertiere spätestens seit Babyratten- bzw. Springergröße, mancher Mini-Wurm nahm selbst Babymäuse in die Zange. - Mit dem Futtertier kann man die Natter eine kurze Zeit auf Trab halten, bis sie ihre Beute schließlich "erwischen" darf.

Zurück zum Thema Lebendfütterung: Was tun, wenn die Natter gerade keine Lust zum jagen hat, krankheitsbedingt nicht mag / kann oder das Futtertier eher bereit ist, sich mit der Schlange anzulegen, statt sich ihrem Schicksal und Zweck zu ergeben? - Kommen wir zu den Nachteilen:

Gehen wir davon aus, man pflegt max. eine handvoll Nattern und unterhält keine eigene Futtertierzucht, da sich dieser Aufwand für einen kleinen Schlangenbestand nicht rechnet - man muss also für jede anstehende Fütterung los, entsprechende Beute besorgen.

Aber woher? Zoo(fach)märkte verkaufen meist nur bereits erwachsene Kleinnager und verweigern teilweise den Verkauf, wenn "heraus kommt", dass die "süßen Kleinen" nicht mehr lange leben werden. - Mal ganz davon abgesehen, dass es ein äußerst teurer Spaß wird.

Obwohl es laut TierSchuG (eigentlich) untersagt ist, gibt es viele private Futtertierzüchter, die nach Abzug des Eigenbedarfs den Überbestand ihrer Nachzuchten verkaufen (lassen). - Rein behördlich gesehen, ist dies allerdings nicht zulässig, da Futtertierzucht und -handel der Genehmigungspflicht unterliegen.

Apropos, selbst erlebt: einige 08/15-Schlangenhalter ziehen die "glorreiche" Idee durch, sich einfach Wildmäuse aus dem Hausgebälk zu fangen, sie "kurz mal" gegen einen Schrank zu schlagen, um sie wehrlos zu machen und sie schließlich an ihre Tiere zu verfüttern - das geht gar nicht!

Mal ganz davon abgesehen, dass wilde Mäuse und Ratten entsprechend mit Parasiten "gesegnet" sind, stehen Wildtiere sämtlicher Arten unter Naturschutz und dürfen nicht "mal eben so, weil kost-nix" zum Eigennutz verwendet werden.

Zudem ist das Narkotisieren und Töten eines (Futter)Tieres nur Personen mit entsprechendem Sachkundenachweis gestattet, aber nicht Hinz und Kunz, die meinen, sich hierdurch viel Geld sparen zu können. - Auf den ersten Blick vielleicht, aber warte mal, bis sich die Parasiten des wilden Futtertiers in der Kornnatter ausbreiten! ...

Die einzige, in Deutschland zugelassene Methode Kleinnager zu töten, um sie zu Frostfutter zu verarbeiten, ist Ersticken durch Kohlensäure und darf ausschließlich von sach- sowie fachkundigen Personen mit behördlicher Genehmigung durchgeführt werden.

Ein lebendes Futtertier sollte von der Natter möglichst schnell entdeckt und erlegt werden, da sie sonst Gefahr läuft, von einem selbstbewussten Futtertier verletzt zu werden, was wiederum beachtliche Tierarztkosten mit sich bringen könnte.

Hat die Schlange am angesetzten Fütterungstag keine Meinung auf Jagd zu gehen, ist ihr das Futtertier zu groß, gefällt ihr dessen Farbe, Geschlecht, Größe oder Art nicht, muss das Futtertier (welches sich entweder in Todesangst versteckt oder die Boxhandschuhe übergezogen hat) wieder raus gefangen und selbst artgerecht bis zum nächsten Fütterungsversuch untergebracht.

Ob es sein muss und moralisch vertretbar ist, einen Kleinsäuger mehrmals dem Kampf auf Leben und Tod auszusetzen, nur um eine Kornnatter "einzig artgerecht" zu halten, lasse ich dahin gestellt; das muss jeder für sich entscheiden. Ich sage: Nein!

Der größte Vorteil von Frostfutter liegt für mich darin, dass ich meine Natternkerle keiner Verletzungsgefahr durch Bisse oder Krallen aussetze und mir somit viel Ärger, Probleme und TA-Kosten erspare.

Als weiteren Pluspunkt empfinde ich, dass man Frostfutter in allen Größen und entsprechender Menge gut im Gefrierschrank lagern kann und ich mich nicht jedes Mal kilometerweit auf den Weg machen muss. - Ein verweigertes Frostfuttertier wird einfach entsorgt und Fertig.

Woher bezieht man nun das Frostfutter für seinen Wurm, das natürlich auch qualitativ wertvoll sein soll?!

Es gibt mittlerweile zahlreiche Zoo(fach)geschäfte und Internetshops, die Futtertiere für Schlangen anbieten, aber von den Meisten sollte man die Finger lassen, weil keine behördliche Genehmigung
nach (EG) 1774/2002 vorliegt und damit einfach nur Kasse gemacht wird, ohne auf Qualität zu achten. - Oberflächlich produzierte sowie schlecht gepflegte Futtertiere können ebenfalls Krankheiten verursachen, mindestens jedoch den Nährwert von Wasser haben; also: Null.

In Reptilienhalterkreisen nicht nur eine sehr bekannte und qualitativ hochwertige Bezugsadresse für Reptilienfutter, sondern auch der einzige, in Deutschland behördlich zugelassene Futtertierhersteller und -handel ist frostfutter.de bei Nürnberg.

Wie ich in einem persönlichen Telefonat mit Herrn Dinkel (der Chef von frostfutter.de) in Erfahrung bringen durfte, unterliegt der echte Futtertierhandel äußerst strengen Vorgaben und Gesetzen, deren Einhaltung ständig kontrolliert werden.

Nur ein gemeldeter und einwandfrei arbeitender Betrieb erhält die oben erwähnte
Zulassungsnummer, die deutlich erkennbar angegeben sein muss. (bspw. im Impressum der Website, auf der Rechnung) - Verfügt ein Futtertieranbieter nicht über diese Zulassungsnummer, das dürfte in Deutschland so ziemlich jeder außer die Firma Dinkel sein: Finger weg!

Weiteres zum Thema Fütterung, erfährst du auf der nächsten Seite.
 

Zora und eine halberwachsene Ratte.

Krümel und eine Babymaus.

Nr. 5 hat seinen ersten, kleinen Springer (große Babymaus mit erstem Fell) in der Mache und kommt äußert gut damit zurecht.

 Ein Bild aus alten Tagen, von links oben nach rechts unten: Babymaus, Babyratte, kleiner Springer, großer Springer, erwachsene Maus, halberwachsene Ratte.

Kobold als Jungkornnatter, nachdem er wieder ans Futter gebracht wurde.
 
 

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