Fellnatter's Website - Tipps & Infos über Terraristik mit Kornnattern für Anfänger  
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Egal, um welche Spezies es sich handelt, über eines sollte man als verantwortungsbewusster Tierhalter nicht mal im Ansatz diskutieren wollen: die Pflege des Tieres hat möglichst artgerecht zu erfolgen, damit das vom Menschen abhängige Tier weder körperlichen noch seelischen Schaden erleidet und man selbst viele Jahre Freude an seinem tierischen Hobby hat.

Bei Terrarientieren bedeutet dies u.a., dass sich die Größe des Habitats auf die Kopf-Rumpf-, Körper- oder Panzerlänge des Tieres / der Tiere bezieht und den natürlichen Bewegungsbedarf angemessen berücksichtigen soll.

Für ein Einzeltier oder ein Paar Kornnattern gibt es die Pi-mal-Daumen-Formel 1 x 0.5 x 1 (Länge x Tiefe x Höhe des Terrariums), für jedes weitere Tier ca. 20% Volumen dazu.

Sprich: hat man ein Einzeltier oder Zwei mit je ca. 1,20m Körperlänge, sollte das Terrarium die Mindestmaße 1,20m x 0,60m x 1,20m haben - sind die Tiere unterschiedlicher Länge, richtet man sich nach der längsten Natter.

Man sollte allerdings die Kirche im Dorf und sich nicht davon einschüchtern lassen, wenn sog. (Foren)"Experten" oberschlau den Finger heben und meinen, auf das Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien (von 1997 !!) aufmerksam machen zu müssen. - Schlangenhaltung wird ab Seite 25 behandelt.

Viele betrachten diese Angaben als Gesetz, was sie aber nicht sind, sondern lediglich (mehr oder weniger aus dem Hut gezauberte) Empfehlungen und Richtwerte, die wiederum in sich begrenzt sind und "im speziellen Fall durchaus um ca. 10 % unterschritten werden können".


Hat man bspw. eine große Würgeschlange mit einer Körperlänge von ca. 3m "müsste" deren Terrarium eine Länge und Höhe von je 2,25m haben - die "vorgegebene" Terrarienhöhe ist allerdings auf max. 2m begrenzt. *?!*

Und was bitte, ist ein spezieller Fall?!

Vielleicht ein (angehender) verantwortungsbewusster Hobby-Terrarianer, der sich jedes erdenkliche Know-How aneignet, es seinen Tieren an Nichts fehlen lassen würde, aber rein platztechnisch die Vorgaben nicht zu 100% erfüllen kann und deshalb auf die Haltung von Kornnattern verzichten müsste?!

Ich zitiere aus Die Kornnatter von Kriton Kunz: Es erscheint mir jedoch möglich, notfalls auch etwas kleinere Abmessungen zu wählen, wenn der den Schlangen im Terrarium zur Verfügung stehende Raum reichhaltig und sinnvoll strukturiert wird.

Wie verhält es sich mit all den (Hobby)Züchtern bzw. Kornnatterhaltern, die jede noch so ausgefallene Variante produzieren (lassen) bzw. unbedingt haben müssen und ranschaffen, was der Markt hergibt?!

Kletternattern (!!), untergebracht und "gehalten" in Regalen mit Plastikschüben bzw. meterlangen Terrarienwänden in normalen Wohnräumen, eine "Längskiste" über der anderen - meist sind es genau solche Kandidaten, die sich besonders mahnend geben.

Also, lass dich weder verrückt machen noch entmutigen! Gestalte den Lebensraum deines Tieres / deiner Tiere so artgerecht es dir möglich ist und lass dich von so manchem Oberschlaumeier gerne haben.

Ein Gutachten, dass bspw. die Realisierung von Tagestemperaturen z.T. durch Bodenheizung als häufig optimale Lösung betrachtet, kann von informierten Kornnatter-Interessenten bzw. -haltern nicht verlangen, in vollem Umfang ernst genommen zu werden. (siehe hierzu: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung)

Punkte, die dagegen 100% ernst genommen werden sollten:
 
Die gemeinsame Haltung unterschiedlicher Geschlechter im jungen Alter oder auch später ist zu vermeiden, wenn man von vornherein nur Schlange gucken, aber nicht züchten möchte: setzt die Geschlechtsreife ein (zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr), wird das Weibchen begattet und hat wenig auf den Rippen, könnte diese Trächtigkeit ihren Tod durch Überbelastung bedeuten. - Weibchen sollten nicht unter einem Mindestgewicht von 300 Gramm zur Nachzucht eingesetzt werden.
 
Um Verletzungen und schwere Entzündungen zu vermeiden, ist von Sand als Bodengrund absolut Abstand zu halten. - Aus meiner Erfahrung heraus, empfehle ich entweder grobes Buchenhack, besser noch Weichholzgranulat (TierWohl Super), in das sich die Natter auch wunderbar verbuddeln kann.
 
Kornnatter-Terrarium im Reptilienhaus Unteruhldingen am Bodensee



Zoras 3. Terrarium mit Vollglasfront



Die Terrarien-Zwillinge von Little und Nr. 5.



 
 

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