Regeln zur Haltung &
Pflege von Kornnattern
Diese Liste wird von Zeit zu Zeit, je nach eigener
Erfahrung, Erkenntnis und neuen Informationen
erweitert.
Das Terrarium sollte an einem möglichst ruhigen,
relativ rauchfreiem und nicht zugigem Platz
stehen.
Je nach (Familien)Situation sind der
Wohnungsflur, das Kinderzimmer, die Küche und
vglb. Räume, in denen kontinuierlicher
Publikumsverkehr herrscht, keine geeigneten
Stellplätze.
Zu abseits vom Geschehen sollte das Terrarium
allerdings auch wieder nicht stehen, da sich die
Natter sonst nicht an gesunden Stress gewöhnen kann
und bei seltenem Vorbeigehen eines Menschen oder
anderen Haustieres in Negativen geraten kann bzw.
jede Art von "frontalem Angriff" (heraus nehmen zu
Fütterung, Kontrolle nach der Häutung etc) mit
unnötigem Abwehrverhalten (Stress) quittiert.
Nach Einzug der Kornnatter die
erste Woche eingewöhnen lassen: keine Fütterung,
kein unnötiges Hantieren im Terrarium / in der
Box, kein ständiges Anfassen, kein
Zur-Schau-stellen für Andere. - Jungkornnattern können /
sollten bereits nach 3 - 5 Tagen gefüttert werden.
Vor
Hinzusetzen zu einem
bereits vorhandenem Kornnatterbestand, das neue Tier
in
Quarantäne setzen und
in regelmäßigen Abständen Kotproben zur
Untersuchung
beim Tierarzt
abgeben od. einem darauf
spezialisierten Institut
(bspw.
Exomed in Berlin)
zuschicken.
Vor
dem Handling mit einer Kornnatter
oder mehreren Tieren nacheinander auf penible
Hygiene achten (konsequente Desinfektion der Hände),
um etwaige Schmutz- oder Krankheitsübertragungen
bzw. Bissverletzungen zu vermeiden, weil man nach
Katze, Hund, Vogel oder Kleinnager riecht.
Ernährung nur mit
artgerechtem Futter
(Kleinnager, Küken) - kein Bio-Wahn, kein
Hunde-, Katzen-, Fisch- od. Nagerfutter bzw.
menschliche Lebensmittel!
Die Fütterung
sollte aus Sicherheitsgründen für die Natter
außerhalb des Terras in einem Behälter mit
einfachem Boden stattfinden - muss aber nicht,
wenn man weiß, dass die Natter schnell an ihr
Futtertier ran geht oder man das
Frost-Futtertier bspw. in einer Schale anbietet,
wodurch ebenfalls die Gefahr gebannt ist, dass
Einstreu mitverschluckt wird.
Mögliches Verschlucken von Einstreu kann neben
inneren Verletzungen durch Aufschneiden auch zu
Magen bzw. Darmverschluss führen - diese
Gefahren führen (fast) immer zum Tod des Tieres.
Fast: nur wenige Schlangen würgen Einstreustücke
und Futtertier wieder aus; auch diese Tortur
zerrt unnötig an den Kräften der Natter.
Sollte die
Kornnatter als nicht futterfest
übernommen worden sein (d.h.: die Natter hat vor der
Übernahme noch nicht mehrere Male
hintereinander problemlos gefressen) und
verweigert über einen langen Zeitraum das
Futter, so dass die Zwangsfütterung notwendig
wird: auf gar keinen Fall das erste Mal alleine
zwangsfüttern ("stopfen")!
Wer als blutiger Laie eine Kornnatter
zwangsfüttert und hierbei Speiseröhre mit
Luftsack verwechselt, kann für sein Tier
gleich den Sarg bestellen.
Auf jeden Fall sollte man sich die
Zwangsfütterung von erfahrenen Schlangenhaltern
bzw. vom Tierarzt (mehrfach) zeigen lassen -
oder sich damit abfinden, dass die Natur es von
sich aus regelt, wer stark genug für's Leben ist
und wer nicht.
Zum Reinigen des Terrariums sowie der Scheiben
sollte man keine üblichen Putzmittel verwenden,
sondern entweder eine Wasser-Essig-Mischung
(normaler Essig: mind. 3 : 1, Essigessenz: mind. 5 :
1) oder ein Desinfektionsmittel auf Jod-, Laugen-,
Alkohol- bzw. Peroxidbasis.
Neben Führen
eines
Terra-Tagebuchs
kann man sich
zur besseren und schnelleren Übersicht der
Fütterungstage zusätzlich einen
Ganzjahreskalender neben die
Terrarien (bspw. an die Wand) hängen.
Kann der
angesetzte Fütterungstermin, aus welchen Gründen auch
immer,
nicht eingehalten werden - dir geht es von der
Zeit nicht aus oder die Natter hat einfach keine
Lust, auf der Bildfläche zu erscheinen - empfiehlt
es sich
a) die Fütterung (um einen Tag) zu verschieben, um
sich selbst die volle Zeit nehmen zu können;
eine gesunde Schlange fällt nicht so schnell vom
Fleisch.
b) das Futtertier maximal
2 Tage im Kühlschrank aufbewahren und dann
entsorgen - nicht wieder einfrieren!
Richtiges Auftauen des Frostfuttertiers: Frostfuttertiere einige Stunden vor der
Fütterung (ggf am Vorabend) aus dem Gefrierfach
nehmen und bei Raumtemperatur auftauen lassen,
Im Normalfall nimmt das Futtertier die
Zimmertemperatur an, falls nicht kann es eine
Weile unter Warmwasser gehalten, auf die Heizung
oder unter eine Lampe gelegt werden.
Aus "chronischer Zeitnot" ließ ich anfangs die
Unart einreißen, die Frostfuttertiere "schock
aufzutauen" - d.b.: aus dem Gefrierfach direkt
ins heiße Wasser, einige Minuten warten,
trocken tupfen, verfüttern.
Hierdurch ist es oft passiert, dass die
Futtertiere aufplatzten und entgegen der
Schlangengewohnheit gar waren.
Die damals auffällige Futterverweigerung von Little
dürfte ein Hinweis auf mein
Fehlverhalten gewesen sein.
Im
Umgang mit der Natter und / oder Utensilien Ruhe
und Konzentration bewahren, damit keine
(vermeidbaren) Unfälle mit etwaig bedeutsamen
Folgen passieren.
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