Quarantäne
Ein
wichtiger Aspekt in der Kornnatterhaltung ist die
Quarantänemaßnahme, die für Neuzugänge wie auch für vermutlich
bzw. bereits
erkrankte Schlangen angewendet werden sollte, um eine etwaige
Kontaminierung des zukünftigen Terrariums und / oder die
Ansteckung von Artgenossen zu vermeiden.
Die Einzelhaltung in Quarantäne über mehrere Wochen (manchmal
auch Monate) empfiehlt sich ebenso für Tiere, die zum gleichen
Zeitpunkt vom selben (Hobby)Züchter gekauft wurden, auch wenn
sie vorher bereits zusammen gesetzt waren und der Verkäufer
behauptet, dass dies nicht notwendig sei. - Weiß man, der
wievielte Verkaufsversuch in einem unbekannten Zeitraum und
somit die wievielte Strapaze es für das Tier ist?!
Das Umsetzen in eine kleine Verkaufsbox, der Transport zur
Reptilienbörse, das Aushalten müssen während der Verkaufszeit in
einem ggf. ungewohntem Behältnis bei nicht artgerechter
Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit und die anschließende Fahrt
ins neue Zuhause, bedeutet für jedes Tier enormen Stress,
wodurch selbst bislang wirklich gesunde Kornnattern einknicken
und krank werden können. - Ein gesundes Aussehen bei Kauf oder
kostenloser Übernahme ist keine Garantie, dass dies auch so
bleibt.
Bei bereits erkrankten Schlangen oder Tieren mit Verdacht auf
eine Erkrankung ist die Quarantäne ein Must-do, um den
restlichen Bestand nicht auch noch zu gefährden.
Kann man bspw. bei Gesellschaftshaltung die betroffene Schlange
nicht sofort und gezielt bestimmen, sollten alle Tiere
entsprechend separiert und das Terrarium gesäubert sowie
desinfiziert werden.
Um den gesundheitlichen Zustand gut im Auge zu haben und da
einige Reptilienkrankheiten nur intermittierend auftreten - das
bedeutet: der Befall ist nicht durchgehend vorhanden, sondern
unterbricht bzw. setzt zwischendurch aus -, sollten mehrere
Kotproben in relativ regelmäßigen Abständen zu einem
reptilienkundigen Tierarzt gebracht oder an ein
parasitologisches Institut geschickt werden.
Das Quarantänebehältnis kann aus einer Plastikbox oder einem
Glasterrarium bestehen, das sehr spartanisch eingerichtet
wird und leicht zu reinigen ist; als Bodengrund eignet sich
Zeitungs- oder Küchenpapier. Als Platz empfiehlt sich eine
Stelle abseits vom allgemeinen Geschehen und fern anderer
Terrarien um jede noch so kleine Übertragungsmöglichkeit zu
vermeiden.
Für den Fall, dass man die Einrichtung weg schmeißen muss und
damit das dann (im Geldbeutel) nicht so weh tut, kann diese aus
ganz einfachen Dingen bestehen: als Wassernapf den Deckel eines
Glases oder einen Blumentopfuntersetzer, als Versteck einen
Karton, eine Papprolle oder ein umgedrehter Plastikblumentopf.
Die Größe der Einrichtungsgegenstände richtet sich nach der Größe
des jeweiligen Tieres.
Kranke Schlangen haben in Quarantäne die Chance, in aller Ruhe
wieder gesund zu werden, wobei hier nicht nur bestmögliche,
sondern allerbestmögliche Temperaturen und
Luftfeuchtigkeit herrschen müssen, damit die Tiere ihre vollen
Abwehrkräfte entfalten können. - (Noch?) nicht betroffene
Schlangen werden nicht ständig mitaufgescheucht, wenn man die
(vermutlich) kranke Natter immer wieder aus dem Terrarium holen
muss.
Die Einhaltung von konsequenter Hygiene an sich selbst (Hände
waschen, Desinfektion, Verwendung von Einweghandschuhen) sowie
beim Hantieren in der Quarantänebox (tägliches Wechseln des
Bodengrunds auch ohne Kot oder Urin darauf, säubern von verschmutztem Inventar
durch Übergießen mit kochend Heißwasser etc) versteht sich
eigentlich von selbst, damit Reinfektion vermieden wird und die Schlange entsprechend bald wieder
fit ist.
Verweigert eine Natter in Quarantäne ihr(e) Futtertier(e),
sollte man dies(e) aus "Sparmaßnahmen" nicht an andere Tiere weiter
geben, sondern entsorgen, um eine etwaige Übertragung zu
verhindern.
Die Quarantänemaßnahme mag sich ggf. etwas überzogen und / oder
kompliziert anhören, aber allein im eigenen Interesse sollte
hiervon Gebrauch gemacht werden. - Selbst kleine Schlangen mit
entsprechender Krankheit im Verlauf oder Ansatz, können einem
erwachsenen Menschen durch Zoonosen (vom Tier auf Menschen
übertragbare Krankheiten) gefährlich werden, bspw. wenn
Salmonellen oder Pilze mit im Spiel sind.
In meinem Gebrauchsbestand habe ich mittlerweile bspw. mehrere
Wassernäpfe und Steine, welche ich nur bei Neuzugängen oder im
Krankheitsfall während der Quarantäne verwende / verwenden würde. Diese können
anschließend mit sehr heißem Wasser gespült sowie in den Backofen
gesteckt werden, um auch die letzten evtl. vorhandenen
Krankheitskeime zu eliminieren.
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